Autor: Florian Nickel

Informationen zum Vorbereitungskurs auf die Jägerprüfung im Herbst 2026

Die Wildkatze fühlt sich in Herborn wohl

Genetische Nachweise bestätigen: Die Europäische Wildkatze hat die Gegend rund um Herborn zu ihrem Zuhause gemacht.

Die seltene Wildkatze ist rund um Herborn heimisch. Dies zeigen genetische Nachweise der streng geschützten Art, die der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) zusammen mit dem Dillkreisjäger e.V., dem BUND Herborn und NABU Hörbach sammelte. „Der Wildkatze auf die Spur gekommen sind wir mithilfe der genetischen Untersuchung von Haarproben. Im letzten Winter stellten wir zwischen Driedorf, Breitscheid und Herborn sogenannte Lockstöcke auf. An neun der elf Stöcke rieben sich Wildkatzen“, so Susanne Schneider vom BUND Hessen. „Wir vermuten daher, dass die Populationsdichte der Wildkatzen im untersuchten Bereich recht hoch ist.“ Dies spiegelt das Ergebnis einer vorangegangenen Untersuchung aus dem Jahr 2018 wider, bei der die Wildkatze in weiten Teilen des Lahn-Dill-Berglands nachgewiesen werden konnte. Die Bereiche westlich von Herborn waren damals nicht beprobt worden, was nun nachgeholt wurde. Die Untersuchung wurde im Rahmen des BUND-Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“ durchgeführt, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Das Land Hessen ist Co-Förderer des Vorhabens.

„Wir freuen uns, nun genetische, also sichere Nachweise der Wildkatze für Herborn zu haben. Wir sehen sie seit einigen Jahren regelmäßig bei der Ansitzjagd und auf den Wildkameras – dies sind aber streng genommen nur unsichere Nachweise. Die Anwesenheit von Wildkatzen in unseren Revieren ist etwas ganz Besonderes. Die Art steht mit ihren hohen Lebensraumansprüchen stellvertretend für eine Vielzahl anderer Tierarten und zeigt uns, dass der Lebensraum intakt ist“, erklärt Silvan Schönhofen von den Dillkreisjägern.

Kleiner Wermutstropfen: Bei einer der Wildkatzen handelt es sich um einen Hybriden, also einen fruchtbaren Mischling aus Haus- und Wildkatze. In Hessen noch verhältnismäßig selten nachgewiesen, stellen Hybride in anderen Regionen Deutschlands, so beispielsweise in Baden-Württemberg, ein zunehmendes Problem dar. Durch die Paarung mit Hauskatzen kann die Wildkatze langfristig in Bedrängnis geraten. Auch die Übertragung von Krankheiten kann sich auf die Wildkatzenpopulationen negativ auswirken. „Es ist sehr wichtig, die Freigänger unter den Hauskatzen zu kastrieren“, führt Schönhofen aus. „Hier sind alle Katzenbesitzende in der Verantwortung und können etwas für den Artenschutz tun. Die in diesem Jahr in Kraft getretene Katzenschutzverordnung in Herborn ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Baustein.“

 

Hintergrund:

In Hessen leben schätzungsweise wieder über 1.000 Wildkatzen. Einst durch massive Bejagung fast ausgerottet, steht die Art heute unter strengem Artenschutz und kann sich langsam wieder ausbreiten. Damit dies auch weiterhin passieren kann, wertet der BUND im Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ mit gezielten Maßnahmen im Wald die Lebensräume der Wildkatze auf. Dies trägt gleichzeitig dazu bei, Wälder artenreicher und widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Außerdem möchte der BUND Verbreitungslücken mithilfe von Lockstockuntersuchungen schließen. Dabei bringen freiwillige Helferinnen und Helfer Holzstöcke in Gebieten aus, in denen die scheue Wildkatze vermutet wird und besprühen diese mit Baldrian. Der Geruch ist den Sexuallockstoffen der Wildkatze sehr ähnlich und zieht die Tiere magisch an. Die Katzen reiben sich am rauen Holz und hinterlassen Haare, die von den Helfer*innen abgesammelt werden. Anschließend werden die Proben für eine genetische Untersuchung zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung nach Gelnhausen geschickt.

Das sechsjährige Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Projekt setzen der BUND-Bundesverband, die BUNDjugend und die BUND-Landesverbände Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen um. 

Seit 2004 engagiert sich der BUND in seinem „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Tiere und ihres Lebensraums.

Wildkatze am Lockstock  (Foto: Helmut Weller)

Jungwildrettung – Rekordsaison 2025 erfolgreich abgeschlossen

Mit dem letzten Einsatz am 1. Juli ist die Kitzrettungssaison 2025 im Dillkreis beendet worden.

Insgesamt war das Team morgens und abends in 87 Einsätzen unterwegs, hat dabei 916 Hektar Wiesen abgesucht und 135 Kitze vor dem Mähtod bewahrt.

Außerdem konnten ein Junghase und eine Ente gerettet werden. Insgesamt wurden dabei 3.486 Kilometer zurückgelegt.

Nach einem eher ruhigen Start Anfang Mai wurde es ab Mitte Juni sehr intensiv – sowohl für die Technik als auch für das ehrenamtliche Team aus Piloten und Helfenden.

Die diesjährigen Zahlen übertreffen sogar die erfolgreichen Vorjahre. Besonders die abgesuchte
Fläche stellt einen neuen Rekord dar.
Zum Vergleich:
2022: 212 ha | 64 Kitze
2023: 527 ha | 130 Kitze
2024: 316 ha | 118 Kitze
2025: 916 ha I 135 Kitze

Positiv hervorzuheben ist auch das durchweg positive Feedback von Landwirten und Jagdpächtern.

Viele neue Anfragen zeigen, dass sich die Jungwildrettung im Dillkreis mittlerweile fest etabliert hat und weiterhin ein Aushängeschild für den Verein ist.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten – insbesondere den Drohnenpiloten und dem Helferteam am Boden sowie den Landwirten und Revierverantwortlichen für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung.

Wer die Jungwildrettung finanziell unterstützen möchte, kann dies weiterhin gerne mit einer Spende tun:

IBAN: DE15 5165 0045 0000 0117 42 Verwendungszweck: Spende Jungwildrettung

 

Wildbret-Grillevent der Dillkreisjäger

 
In jedem der 21 hessischen Landkreise hatten Anfang Mai der Hessische Bauernverband (HBV) und die Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“ (MGH) über zwei Wochen hinweg zu Hessens größtem Angrillen mit regionalen Produkten eingeladen. Im Mittelpunkt dieser landesweiten Aktionswochen standen der Genuss regionaler Fleischerzeugnisse, aber auch anderes beliebtes Grillgut wie etwa Forellen oder Grillkäse. Über den Medienpartner Hit Radio FFH wurden für jedes Grillevent Teilnehmerplätze verlost.
 
In diesem öffentlichkeitswirksamen Rahmen bot sich durch Vermittlung des Landesjagdverbandes Hessen unserem Kreisjagdverband die Möglichkeit, auf Wildbret aus der freien Wildbahn unserer heimischen Wälder und Fluren aufmerksam zu machen, denn für den Lahn-Dill-Kreis hatte MGH das Thema „Wildbret auf dem Grillrost“ vorgegeben. 
 
Natürlich haben wir Dillkreisjäger diese Chance genutzt und am 1. Mai an der Jagdhütte des Lindenhofreviers in Greifenstein-Holzhausen zusammen mit dem fleißigen Team um Gastgeber Johann Ferber zu kühlen Getränken Canapés mit Wildschweinschinken gereicht und von den „Grillmeistern“ Sonja und Carsten Göbler Wildbratwürste und Wild-Burger gebrutzelt. Teilnehmer und Gäste wurden von dem 1. Dillkreisjäger-Vorsitzenden Dr. Rudolf Schönhofen zusammen mit Jagdhornbläsern zünftig begrüßt und erhielten Informationen über die besondere Qualität von Wildfleisch aus der Natur – mehr Bio geht nicht – und fachliche Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Jagd. Außerdem konnten sie  mit Helge Haubach die Arbeit eines Jagdhundes sowie den imposanten Steinadler von Falkner Marco Schlief aus nächster Nähe erleben. Landrat Carsten Braun gefiel diese Veranstaltung so gut, dass er sich trotz überquellendem Terminkalender mehrere Stunden Zeit für Gespräche mit Jägern und Bauern nahm und sich seinen Wild-Burger „to go“ einpacken ließ. Auch die Gewinner der Grilleventeinladungen von Hit Radio FFH waren von den Wildprodukten und den Einblicken in die Jagdpraxis so begeistert, dass sie spontan eine Spendenaktion starteten – und sich ein Teilnehmer sogar zur Jungjägerausbildung anmeldete.
 
Bild 1: Zufriedene Gesichter bei strahlendem Sonnenschein: 1. Dillkreisjäger-Vorsitzender Dr. Rudolf Schönhofen, Landrat Carsten Braun, 2. Vorsitzender Jochen Decher und Lindenhofbauer Johann Ferber (von links)
Bild 2: Wildburger waren der absolute Favorit des Grillevents

Erfolgreicher Kitzrettungstag begeistert über 120 Teilnehmende

Jungwildrettung der Dillkreisjäger präsentiert eindrucksvoll ihre Arbeit

Herborn, 17. April 2025 – Ein lauer Frühlingsabend, über 120 Gäste und jede Menge Herzblut für den Wildtierschutz: Der erste Kitzrettungstag der Dillkreisjäger am 09. April 2025 an der Grillhütte in Herborn-Hirschberg war ein voller Erfolg! Neben Vereinsmitgliedern kamen auch viele Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen, um sich über die wichtige Arbeit der Jungwildrettung zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Begrüßt wurden die Gäste vom neuen Obmann der Jungwildrettungsgruppe, Silvan Schönhofen, gemeinsam mit seinem Vorgänger Andreas Lehmann und dem engagierten Helferteam. Bei kühlen Getränken und kleinen Snacks startete der Abend mit einem Vortrag zur Notwendigkeit der Kitzrettung – insbesondere aufgrund des zeitlichen Zusammenfalls von Setzzeit der Rehkitze und Mahd der Wiesen.

Besonders im Fokus standen die eingesetzten Techniken: Neben klassischen Methoden wurde vor allem der Einsatz von Wärmebilddrohnen als „Goldstandard“ in der modernen Jungwildrettung hervorgehoben. Anhand von Bildern und Videomaterial wurde anschaulich der Ablauf eines Einsatzes dargestellt – von der Anfrage über die morgendliche Suche bis zur behutsamen Sicherung und späteren Freilassung der geretteten Kitze.

Ein weiterer Programmpunkt war die Vorstellung der Gruppe Jungwildrettung der Dillkreisjäger, die sich seit ihrer Gründung 2021 mit viel Engagement und stetigem Ausbau zu einem etablierten Ansprechpartner für die Kitzrettung entwickelt hat. Über 300 gerettete Kitze und zusätzlich etliche Junghasen und Gelege, über 100 Einsätze, mehr als 300 Flugstunden und 5.000 gefahrene Kilometer – diese beeindruckende Bilanz der letzten drei Jahre spricht für sich und wurde mit dem Naturschutzpreis des Lahn-Dill-Kreises gewürdigt.

Nach dem Vortrag nutzten viele die Gelegenheit zum Austausch mit Aktiven, unter ihnen auch zahlreiche Mitglieder lokaler Naturschutzgruppen. Ein besonderes Highlight war die Live-Demonstration einer Drohnenrettung auf einer angrenzenden Wiese. Dabei wurde ein simuliertes Kitz erfolgreich lokalisiert – das Wärmebild konnte live verfolgt werden, und die anschließende Einweisung der Helfenden vermittelte einen authentischen Eindruck von der praktischen Arbeit vor Ort.

Der gelungene Abend zeigte eindrucksvoll, wie wichtig und wirkungsvoll die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure im Sinne des Tier- und Naturschutzes ist. Wer sich selbst als Helfer engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, sich unter dem Kitzrettungstelefon +49 1515 1952513 für die kommende Saison (Ende April bis Anfang Juli) zu melden.

Jagdsteuer im LDK abgeschafft

Meilenstein im Jagdwesen erreicht: Jagdsteuer im Lahn-Dill-Kreis abgeschafft!

 

Schon als Landratskandidat hat sich Carsten Braun (1. v. l.) für die Anliegen der Dillkreisjäger eingesetzt; hier bei einem Gespräch mit dem hessischen Europaabgeordneten Prof. Dr. Sven Simon (2. v. l.), seinem damaligen Büroleiter Johannes Volkmann (3. v. l.) und dem 2. Dillkreisjäger-Vorsitzenden Jochen Decher (hinten) über den europarechtlichen Schutzstatus des Wolfs

 

Liebe Dillkreisjägerinnen,

liebe Dillkreisjäger,

 

nachdem die CDU im vergangenen Jahr nach gewonnener Landratswahl im Koalitionsvertrag des neuen Regierungsbündnisses für den Lahn-Dill-Kreis den Wegfall der Jagdsteuer mit der SPD vereinbaren konnten, hat Landrat Carsten Braun (CDU)  in der Kreistagssitzung am 31. März 2025 einen entsprechenden Mehrheitsbeschluss des Kreisparlaments herbeigeführt.  Der 1. Vorsitzende der Dillkreisjäger Dr. Rudolf Schönhofen und seine beiden Stellvertreter Jochen Decher und Andreas Lehmann haben sich in einem Schreiben an Landrat Braun und den CDU-Kreisvorsitzenden Johannes Volkmann MdB für die Einhaltung ihres Wahlversprechens im neuen Kreishaushalt 2025 bedankt:

 

„Mit der konsequenten und raschen Einhaltung und Umsetzung Ihrer Zusage, sich bei einem Wahlerfolg für die Abschaffung der Jagdsteuer einzusetzen, haben Sie sich nicht nur als vertrauenswürdige und verlässliche Ansprechpartner der Jägerschaft erwiesen, sondern einen Meilenstein für das Jagdwesen im Lahn-Dill-Kreis erreicht. Denn mit dem Haushaltsbeschluss für 2025 findet der jahrzehntelange Kampf gegen die erstmals zum Januar 1992 in Kraft getretene Jagdsteuersatzung seinen erfolgreichen Abschluss. Zugleich hat damit die überwiegende Mehrheit der im Kreistag vertreten Parteien anerkannt, dass auch im Lahn-Dill-Kreis die Jägerinnen und Jäger – sei es beispielsweise bei der Förderung von Artenvielfalt, der Anpassung unserer Wildbestände an klimageschädigte Lebensräume sowie zur Wiederbewaldung, der Rettung von Rehkitzen und anderen Wildtieren, der Umweltbildung oder im hochaktuellen Kriseneinsatz gegen die Afrikanische Schweinepest – unverzichtbare Dienste für Natur, Gesellschaft und den Staat leisten. Denn Jagd und Hege sind längst kein nach Gutdünken ausgeübtes Freizeitvergnügen mehr, sondern eine durch eine Vielzahl von Rechtsnormen gleichermaßen für private wie berufsmäßige Jäger geprägte gesetzliche Aufgabe.“

 

Allerdings stimmten die im Kreistag vertretene „Die Partei“ sowie die Linken gegen die Aufhebung der Jagdsteuer und die Grünen sowie ein FWG-Abgeordneter enthielten sich der Stimme. Die grüne Fraktionsvorsitzende gab als Grund für die Stimmenthaltung an, dass die Jagd ein „Hobby von Besserverdienenden“ und die Jagdsteuer eine „Luxussteuer“ sei. Der Dillkreisjäger-Vorstand bezeichnete diesen „Griff in die Mottenkiste von Klassenkampf- und Neidparolen“ nicht nur als sachlich völlig falsch, sondern auch als Beweis dafür, wie realitätsfremd und ideologiegesteuert sich manche Grünen-Politiker noch immer mit dem Thema Jagd beschäftigen. 

 

Für den Dank an Landrat Braun gab es außerdem weitere Gründe, die mit einer Wertschätzung der Jägerschaft verbunden sind: nach einer unmissverständlichen Mitteilung seiner Untere Naturschutzbehörde müssen nicht mehr zur Weidetierhaltung benötigte Weidezäune in der Landschaft umgehend abgebaut werden, weil sie immer wieder zu qualvollen Todesfallen für Wildtiere werden. Ebenso beispielhaft ist es der Jagd- und Waffenbehörde des Lahn-Dill-Kreises gelungen, die mit enormem zusätzlichen Bürokratieaufwand verbundene Waffengesetzänderung ab dem 31. Oktober vergangenen Jahres so reibungslos umzusetzen, dass es nicht zu Zuständen wie im Nachbarkreis Siegen-Wittgenstein gekommen ist, wo die Lokalpresse über Ärger und Unsicherheit bei Jägern wegen überlanger Wartezeiten auf ihre zur weiteren Jagdausübung benötigten Folgegenehmigen durch das Landratsamt berichtete. 

 

Beste Grüße und Waidmannsheil

 

Für Euer Team des Geschäftsführenden Vorstandes der Dillkreisjäger 

Jochen Decher

Gedanken zu Weihnachten und zum Jahreswechsel

Liebe Dillkreisjägerinnen und -jäger,

liebe Freunde und Förderer, 

 

 

das Jahr 2023 neigt sich seinem Ende zu, Zeit zum Innehalten und zum Nachdenken. Die Hoffnung auf Frieden hat sich leider nicht erfüllt, im Gegenteil. Auch bei uns bestimmen meistens die Berichte über Krisen die Schlagzeilen.

Darüber gerät leicht in Vergessenheit, dass es jeder von uns in der Hand hat, dazu beizutragen, Leid und Schmerz zu lindern, hinzuschauen, wenn Menschen oder Tiere in Not sind, zuzuhören, bevor alleinlebende Menschen vereinsamen, und sich für unsere Natur und Umwelt tatkräftig, aber nicht durch Krawall, einzusetzen.

 

Und da gibt es durchaus Positives zu berichten:

 

Im Lahn-Dill-Kreis erkennen immer mehr umweltbewusste Mitbürger oder Schulklassen, dass Parolen der Natur nichts nützen, und beteiligen sich an Wiederaufforstungsprojekten oder beim Müllsammeln im Wald und an Bachufern. Hobbygärtner verzichten auf Pestizide, weil sie Bienen und Insekten und das Grundwasser nicht schädigen wollen. An Weihnachten gehen heimische Firmen zunehmend dazu über, statt Kundenpräsente einen Geldbetrag an örtliche Vereine zu spenden. Wie hierdurch konkrete Umweltinitiativen vor Ort anerkannt und gefördert werden, zeigt beispielhaft ein Unternehmen für Industrieklebstoffe aus der „Klimagemeinde“ Sinn, das in diesem Jahr den Vogelschutzverein Niederscheld unterstützt, und es in seinen Weihnachtsgrüßen an Kunden und Geschäftspartner auf den Punkt bringt: „Wir als Unternehmen sind Teil unserer Heimat und tragen hierdurch dazu bei, dass es unserer Heimat und den Menschen (und auch Tieren), die hier leben, gut geht. Denn nur so geht es auch uns gut.“ 

 

Genau dies entspricht den Grundprinzipien, die wir schon in der Jungjägerausbildung vermitteln, und mit denen wir auch in der naturfernen Gesellschaft Akzeptanz finden. Denn jede und jeder weiß inzwischen, dass gesundes Leben -oder besser gesagt: Überleben- von Mensch und Tier nur in ökologisch intakten Lebensräumen möglich ist. Kürzlich sagte mir eine junge Frau zur Begründung, warum sie Wildbret beim Jagdpächter in ihrem Ort kauft: „Eigentlich ernähre ich mich vegan – aber das Fleisch von Tieren, die ein gutes Leben hatten, das esse ich“. 

Was wir Jäger tagtäglich in unseren Revieren für die wildlebenden Tiere und ihr Lebensumfeld leisten, ist unsere Antwort auf die drängenden Probleme und Krisen in der Umwelt – keine Parolen und Lippenbekenntnisse, sondern praktische Arbeit für Natur und Umwelt. Diese gesetzliche Aufgabenerfüllung der Jägerschaft ist im übertragenen Sinne eine „Ökosystemleistung“, die auch einen Beitrag zur Lösung der Klimakrise beinhaltet, und auch in diesem Jahr die Arbeit unseres Kreisjagdverbandes durch unseren 1. Vorsitzenden Dr. Rudolf Schönhofen und das Team unseres Geschäftsführenden Vorstandes in vielen Detailfragen bestimmt hat.

 

Natürlich stand ganz konkret an allererster Stelle die Landtagswahl im Oktober im Fokus, weil wir uns gegen die Demontage der Hegegemeinschaften und die ständig wachsende Ideologielastigkeit der grünen Jagd- und Umweltpolitik gewehrt haben. Denn die Hegegemeinschaften sind ein unverzichtbares Instrument nicht allein zur Beratung der Jagdbehörde bei der Abschussplanung, sondern für die Gewährleistung waidgerechter Bejagungs- und Hegegrundsätze in den angeschlossenen privaten und staatlichen Revieren. Aber auch im „Kerngeschäft“ unseres Jagdvereins war genug zu tun. Bei der Jagdhundearbeit sorgte Sonja Göbler und ihr Team für die Durchführung von Ausbildungslehrgängen und Prüfungen auf bewährtem Niveau. Für unsere Jungjägerausbildung mussten wir einen neuen Obmann und Ausbildungsleiter finden, da Stefan Heinigh sein großes Engagement aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fortsetzen konnte. Mit dem zum höheren Forstdienst befähigten und als Geschäftsführer eines holzverarbeitenden Unternehmens tätigen Rüdiger Stahl konnten wir einen Nachfolger finden, der zusammen mit seinem Ausbilderteam wieder einen Jungjägerkurs durchführt, der im vergangenen Monat begonnen hat. Für Aus- und Fortbildung im jagdlichen Schießen von Jungjägern wie Vereinsmitgliedern sind Gert Voß und Wolf Oester unsere verlässlichen Stützen. Als absolute Erfolgsgeschichte hat sich auch der offizielle Start unseres Drohnen-Jungwildrettungsteams mit Obmann Andi Lehmann an der Spitze erwiesen. Und im neuen Arbeitsbereich Waldpädagogik/Umweltbildung konnten Andi Lehmann und sein Team mit dem Präparateanhänger der Kreisjägerschaft Siegerland-Wittgenstein beim Walderlebnistag im Wildpark Donsbach, bei einer Jugendgruppe und in einem Kindergarten Jagd und Jägerschaft repräsentieren. Im kommenden Jahr wollen wir Sponsoren um finanzielle Hilfe bei der Beschaffung einer „rollenden Waldschule“ bitten, die bei unserer wald- und wildpädagogischen Projektreihe „Lernort Natur“ eingesetzt werden soll. Mit diesem modernen Equipment wollen wir noch anschaulicher und überzeugender der Öffentlichkeit und insbesondere in Schulklassen und Kindergärten erklären, dass Jagd und Hege angewandter Naturschutz sind. Neben der Tagesarbeit des Vorstandes mit unzähligen Schreiben, Stellungnahmen und Berichten sowie der Teilnahme an vielen Außenterminen, dem von Thomas Schäfer verantworteten Finanzwesen, der Tätigkeit von Sabine Henrich in der Geschäftsstelle  oder der digitalen Umgestaltung unserer Mitgliederverwaltung nach der erfolgreichen Beantragung eines 5-stelligen Förderbetrages durch Michael Kampmann standen unsere Mitarbeit im Naturpark Lahn-Dill-Bergland, Einzelvorhaben und Initiativen über Artenschutzprojekte, Geländebiketrailplanungen, Neugestaltung unserer Homepage, über aufgelassenen Weide- und Forstzäunen als Wildtierfallen bis hin zur Ausweisung eines stadtbildprägenden Baumes als Naturdenkmal auf der Agenda.

 

All denen, die sich an vielen Stellen vor und hinter den Kulissen für unseren Jagdverein engagiert haben, gilt unser aller Dank und die herzliche Bitte, sich auch im Neuen Jahr weiterhin mit Rat und Tat für den Kreisjagdverband, die Jagd und unser Wild einzusetzen.

 

Wenn wir nun Weihnachten feiern, das Fest der Hoffnung für die Menschheit und Anlass für persönliche Dankbarkeit und Demut, dürfen wir Dillkreisjäger angesichts der vielen Krisen, Notlagen und Probleme uns ins Bewusstsein rufen, dass wir in unseren Revieren Verantwortung für unsere Natur und damit die Lebensräume für Menschen und Tiere übernehmen. Wir haben es selbst in der Hand, ob das in unseren Jägerbriefen abgedruckte Bekenntnis von Oskar v. Riesenthal zu waidgerechter Jagd „wie sich’s gehört“, wodurch der „Schöpfer im Geschöpfe“ geehrt wird, zu einer unverbindlichen Worthülse der Jagdtradition herabgewertet wird oder über die Zeiten hinweg weiterhin als Grundpfeiler deutscher Jagdethik unser jagdliches Denken und Handeln bestimmt.

 

Im Auftrag und Namen des Geschäftsführenden Vorstandes wünsche ich Ihnen eine frohe und besinnliche Weihnacht und einen guten Rutsch in ein gesundes, hoffentlich friedvolles, glückliches und erfolgreiches Jahr 2024.

 

 

Beste Grüße und Waidmannsheil

Jochen Decher

Dillkreisjäger absolvieren erfolgreiche Kitzrettungssaison – 130 Kitze auf 525ha gerettet

Nach Gründung einer Jungwildrettungsgruppe in 2021 konnten im ersten Einsatzjahr 2022 insgesamt 64 Kitze auf 230ha angeflogener Mahdfläche gerettet werden.

Nach diesen positiven Erfahrungen erweiterte das Team unter Obmann Andi Lehmann und Zeugwart Björn Hisge durch gezielte Equipmentetweiterung seine  Aktionsradius deutlich. Zwei weitere Piloten wurden angelernt und die vorhandenen beiden Drohnen mit allen benötigten Ausrüstungsgegenständen für einen jeweils autarken Einsatz ausgestattet; insbesondere wurden in Eigenleistung hochfunktionale, portable Ladeboxen für die Drohnen-, Fernbedienungs- und Funkgeräteakkus gebaut.

Die Saison 2023 begann Mitte Mai, hatte Ihren Höhepunkt Anfang Juni und reichte bis Anfang Juli. Insgesamt wurden in knapp sieben Wochen 525 Mahdfläche und damit 1% der Gesamten Fläche des Altkreises Dillkreis beflogen. In den insgesamt rund 70 Einsätzen konnten 130 Kitze vor dem sicheren Mähtod gerettet werden.

Aufgrund der teilweise extrem hohen Nachfrage wurde spontan das „NKD“ gegründet: „Netzwerk Kitzrettung Dillkreis“. Hier tauschten sich im Laufe der Saison die Drohnenpiloten unterschiedlicher Gruppen im Dillkreis aus um Einsätze, die ggf. mit eigenen Mitteln nicht zusätzlich bewältigt werden konnten, an andere Gruppen abzugeben. Dieses Netzwerk soll ausgebaut werden, um künftig auch in Hochzeiten der Mahdsaison alle Anfragen bedienen zu können.

Die freiwillige und ehrenamtliche Arbeit der Kitzretter der Dillkreisjäger kann mit Spenden unterstützt werden, die direkt und unmittelbar der Kitzrettung und damit greifbarem, praktischen Tierschutz zugute kommen:

Konto: Dillkreisjäger

Betreff: Spende Kitzrettung

IBAN: DE15 5165 0045 0000 0117 42

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Erfolgreiches Sommerfest der Dillkreisjäger!

Am Samstag, den 24.06.2023 konnten an der Grillhütte Waldclubslust in Frohnhausen wieder viele Jäger mit ihren Partnern und Familien empfangen werden.
Bei kühlen Getränken und einem Imbiss wurde sich bei bestem Sommerwetter intensiv ausgetauscht und über die ersten Erlebnisse des laufenden Jagdjahres berichtet.
Weiterhin wurde Noah Stenger durch den feierlichen Jägerschlag nach bestandener Jägerprüfung offiziell in die Jägerschaft aufgenommen.
Zudem hat sich die in diesem Jahr erweiterte Jungwildrettungsgruppe vorgestellt und einen Zwischenstand zur langsam endenden Saison gegeben.
Ein großes Highlight war die Tombola, die wie in den Vorjahren großen Zuspruch fand. Viele Lose waren im Topf, um die Chance auf einen der fast 100 attraktiven Preise von ca. zwei Dutzend großzügigen Sponsoren zu erhalten. In einem kurzweiligen Programm wurden dann die Gewinner ermittelt. Hauptgewinn waren u.a. eine Einladung zur Jagd auf den Rehbock, gestiftet von unserem Vereinsmitglied Jörg Schmidt,  und eine Wildkamera.
An dieser Stelle einen großen DANK an alle Organisatoren, alle Helfer des Auf-/Abbaus und für die Übernahme der Standdienste, DANK auch an die Jagdhornbläser und ebenso an die Sponsoren für die Unterstützung der Tombola!
Wir freuen uns, beim nächsten Sommerfest die Mitglieder, Freunde und Förderer des Vereins der Jäger des Dillkreises wieder begrüßen zu dürfen!