Autor: Michael Kampmann

Gegen eine Änderung des Waffenrechts

Derzeit erfährt eine Petition gegen die Änderung des Waffenrechts großen Zuspruch. 

Gestartet am 12. Januar 2023, hat die Petition „Gegen die geplanten Freiheitseinschränkungen seitens der Bundesinnenministerin Nancy Faeser“ bereits nach wenigen Tagen die nötigen Unterschriften für ein Quorum (fast) erreicht. Fast 49.000 der erforderlichen 50.000 Stimmen sind es bis heute.

Der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler e.V. hat die Petition initiiert: „Die Freie Demokratische Partei (FDP) ist unserer Meinung nach die einzige Kraft in der Bundesregierung, die eine Verhinderung dieser massiven Freiheitseinschränkungen erwirken kann“, heißt es im Petitionstext. Daher wenden sich die Unterzeichner dieser Petition auch an das Regierungsteam der FDP, „weil wir wesentliche Elemente in unserem demokratischen Rechtsstaat als gefährdet ansehen“.

Auf ein Wort zum Jahreswechsel

Liebe Dillkreisjägerinnen,

liebe Dillkreisjäger,

im Dezember vorigen Jahres haben wir aufgrund der Geländebiketrail-Planungen in Herborner Revieren damit begonnen, uns als Kreisjagdverein mit schriftlichen Eingaben, Besuche von Sitzungen etc. in der Kommunalpolitik zu Wort zu melden. Im Frühjahr waren wir dann auf Kreisebene bei den Abschussplanungen für Reh- und Rotwild sowie den zugrundeliegenden forstlichen Gutachten tätig, haben nach sorgfältiger Sachverhaltsaufklärung unter Einschaltung bundesweit renommierter Wildbiologen bei der Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens wegen Vorkommnissen auf einer Rotwilddrückjagd des Forstamtes Herborn bewirkt und waren auf Landesebene mit der Novellierung der Hessischen Jagdverordnung befasst. Im “Tagesgeschäft” haben wir zig-andere Themen und Vorgänge abgearbeitet, von Schreiben an Bürgermeister und Gemeindevorstände wegen Hundeanleinsatzungen in der freien Natur oder unrichtigen Klagen des Forstamtsleiters wegen überhöhter Wildbestände, über eine Eingabe an die Regionale Planungsgemeinschaft gegen die Verschlechterung von Schutzgebieten im Dill-Bergland bis hin zu Widersprüchen gegenüber der Jagdbehörde in dem Verwaltungsrechtsstreit unserer Rotwild-Hegegemeinschaft gegen die Schalenwildrichtlinie oder Forderungen der Oberen Jagdbehörde zu nachträglicher Erhöhung der rechtskräftig festgesetzten Rehwildabschüsse im Forstamtsbezirk Herborn – neben der Teilnahme an unzähligen Arbeitsgemeinschafts-, Ausschuss- und Orts- oder Naturschutzbeiratssitzungen und Ortsterminen.

Trotz dieser für die Jägerschaft konkret bedeutsamen Arbeitsschwerpunkte des Vorstandes dürfen die Kernaufgaben unseres Vereins, wie z. B. die Jungjägerausbildung, die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden oder das jagdliche Übungsschießen, nicht übersehen, sondern müssen besonders wertgeschätzt werden, da sie von den Obleuten und ihren Teams viel Engagement, Verlässlichkeit und Arbeitseinsatz abverlangen. Zusätzlich haben wir mit der Drohnenwildrettung in kurzer Zeit mit einem hochmotivierten Obmann+Team ein neues Aufgabengebiet unseres Vereins etabliert, das nicht nur eine beachtliche Anzahl geretteter Kitze, sondern durch Informationsveranstaltungen in Schulen oder dem Donsbacher Wildpark ein überaus positives Medienecho aufweisen kann. Nach den corona-bedingten Verzichten konnten wir uns in diesem Jahr zur Jahreshauptversammlung sowie einer Herbstfeier mit Jungjägerschlag, Imbiss und spontan aus der Mitgliederschaft bereitstehenden Jagdhornbläsern wieder persönlich treffen. 

Diesen vielfältigen Aktivitäten und dem großen Engagement aller Akteure ist zu verdanken, dass wir Dillkreisjäger inzwischen auf örtlicher, regionaler und sogar landesweiter Ebene als kompetenter Ansprechpartner und Sachwalter für Jagd und Wild wahrgenommen werden.

Auch im neuen Jahr 2023 warten viele Herausforderungen und Aufgaben auf unseren Jagdverein und seine Mitglieder. So ist etwa nach wie vor der Rechtsstatus unserer unverzichtbaren Hegegemeinschaften in Gefahr, findet eine schleichende Ausrottung des Rotwildes in Hessen durch Genschäden und Abschuss von Zukunftshirschen in den Wanderkorridoren statt oder verhindert die von vielen Fachleuten abgelehnte Schalenwildrichtlinie eine wildbiologisch verantwortbare und artgerechte Bejagung. Mit weiteren Beispielen können wir belegen, dass die Jagdpolitik im Umweltministerium und bei HessenForst eher durch radikale Ideologie statt durch wissenschaftlich belegte Fachexpertise bestimmt wird. Angesichts der Landtagswahlen im Herbst 2023 werden wir unsere heimischen Wahlkreisabgeordneten wie die Landtagsparteien auf die Anliegen der Jägerschaft und des Wildes ansprechen und uns nicht mit bloßen Lippenbekenntnissen abspeisen lassen. Auch vereinsintern wollen wir Lösungen und Verbesserungen erreichen, so bei der Neuausrichtung unserer Jungjägerausbildung oder der Neugestaltung unseres Internetauftritts.

Bei all dem, was auf uns Dillkreisjäger im neuen Jahr wartet, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Denn unsere Mitglieder, die Jägerinnen und Jäger in unserem Jagdverein, geben uns den Rückhalt und die Legitimation, um die Anliegen der Jägerschaft -also Ihre Interessen- wirkungsvoll zu vertreten. Deshalb ist Ihre Mitgliedschaft in unserem Verein so wichtig, deshalb danken wir Ihnen für diese Treue und deshalb bitten wir Sie auch für das neue Jahr um Ihre jägerschaftliche Solidarität – gerne auch in Form von Hinweisen, Anregungen oder Kritik!

Ihnen und Ihren Angehörigen wünschen wir für das neue Jahr alles erdenklich Gute, an erster Stelle natürlich Gesundheit und ein baldiges Ende des grausamen Krieges in der Ukraine, Glück, Erfolg, Zufriedenheit – und natürlich viel Waidmannsheil!

 

Ihr/Euer Geschäftsführendes Vorstandsteam 

Dr. Rudolf Schönhofen, Jochen Decher, Michael Kampmann, Thomas Schäfer, Emilia Heister, Sabine Henrich und Patrick Noriega-Chaparro

 

 

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum?

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum – für alle, die Weihnachtstraditionen lieben, schlicht unvorstellbar. Denn in vielen Familien zählt das gemeinsame Aussuchen und spätere Schmücken des Weihnachtsbaumes zum festen Vorbereitungsritual auf das Christfest. Und wenn es dann auf den 4. Advent zugeht, beginnt der Endspurt zum Kauf des Weihnachtsbaums. Dabei soll es nicht nur “irgendein” Weihnachtsbaum sein, sondern er muss ganz bestimmten und häufig heiß diskutierten Vorstellungen entsprechen: gerade gewachsen, füllig geformt, und auch die Größe muss stimmen.

Dass der Umweltverein Nabu Hessen in dieser Woche nach dem Motto “In diesem Jahr ein Weihnachtsbaum ohne Gift” zum Kauf vornehmlich solcher Bäume aufgerufen hat, die durch Bio-Organisationen wie Naturland, Demeter oder Bioland zertifiziert wurden, ist auf die Kritik des Kreisjagdverbandes gestoßen. Wie der 1. Vorsitzende der Dillkreisjäger Dr. Rudolf Schönhofen und seine Stellvertreter Jochen Decher und Michael Kampmann am Rande einer Vorstandssitzung erläutern, beruhe der Aufruf des Nabu zwar auf durchaus ehrenwerten Beweggründen, gehe aber an der Lebenswirklichkeit völlig vorbei. Denn gerade die aus der Bio-Lebensmittelbranche bekannten Zertifizierungssiegel sind nach Angaben von Dr. Schönhofen so aufwändig und teuer, dass sich die meisten kleinen Privatforstbetriebe oder Waldbauern trotz ökologischer Arbeitsweise diese Kosten nicht leisten oder nicht an ihre Kunden weitergeben können. Daher kommen die mit Premiumlabeln zertifizierten deutschen Weihnachtsbäume aus nur wenigen deutschen Produktionsstandorten, so dass allein Transportwege und Emissionen die Ökobilanz solcher Bäume verschlechtern. 

Kein „schlechtes Gewissen“ beim Weihnachtsbaumkauf

“Niemand braucht ein schlechtes Umweltgewissen zu haben, wenn sie oder er neben einem nichtzertifizierten Weihnachtsbaum sitzt, der “nur” von einem heimischen Waldbauer oder Forstbetrieb stammt”, sagen die Dillkreisjäger. Vizevorsitzender Michael Kampmann, ein langjähriger Forstbeamter, weist darauf hin, dass ohnehin für Bäume aus den Staatsforsten ebenso wie aus den selbst oder auf Vertragsgrundlage beförsterten Kommunal- und Privatwäldern Bewirtschaftungsrichtlinien gelten, die dem Einsatz von Pestiziden oder Dünger entgegenstehen. Nach Angaben des Forstmannes unterliegen diese Wälder, wie seit diesem Jahr auch der Herborner Stadtwald, den Forstzertifizierungssystemen FSC oder PEFC, die wie ein “Wald-TÜV” eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes sowie der Weihnachtsbaumkulturen auf Waldflächen sicherstellen. Schließlich verbieten sich Dünger und Pestizid für Kleinwaldbesitzer schon deshalb, weil ihre hohen Kosten den Weihnachtsbaumverkauf unrentabel machen würden. Auch ohne Zertifizierungssiegel sind diese Bäume “bio”, ist das Fazit des Forstexperten Kampmann. Deshalb ruft der Kreisjagdverband dazu auf, statt Importware – rund 80 Prozent der in Deutschland angebotenen Nordmanntannen stammen aus dänischen Holzplantagen – den Weihnachtsbaum so regional wie möglich zu kaufen, also direkt beim örtlichen Forstbetrieb oder auf dem Baumgrundstück des Waldbauers. 

Kauf vor Ort kommt den Waldeigentümerinnen zugute

Die Vermeidung langer Transportstrecken und Treibstoffemissionen dient aber nicht nur dem Klimaschutz. Jagdverbandsvize Jochen Decher betont, dass ein Baumkauf vor Ort den Waldbesitzern in der Region zugutekommt. Durch die Verkaufserlöse können sie Neupflanzungen finanzieren und damit den Dürreschäden der letzten Sommer begegnen. Außerdem widerspricht Decher der Überlegung, statt Abholzung eines Baumes mit dem Kauf einer Kunststoff-Tanne einen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Wissenschaftliche Studien hätten nämlich gezeigt, dass künstliche Tannen je nach Herstellung und Produktionsland 17 bis 20 Jahre verwendet werden müssten, bis sie die gleiche Ökobilanz wie echte Bäume aufweisen. Plastikbäume setzen aber über die Jahre Staub an und verblassen rasch, so dass sie meist viel schneller auf dem Müll landen. Wie Jochen Decher ausführt, speichert ein natürlich gewachsener Weihnachtsbaum in seinen durchschnittlich acht bis zwölf Wachstumsjahren große Mengen an klimaschädlichem CO”, wogegen bei der Produktion eines künstlichen Baumes CO2 entsteht. Schließlich raten die Dillkreisjäger davon ab, sich statt eines geschlagenen Baumes für den Kauf eines eingetopften Nadelbaums mit Wurzelballen zu entscheiden. Denn die Praxiserfahrung zeige, dass viele Bäume den abrupten Umzug aus frostigen Außertemperaturen ins gut geheizte Wohnzimmer und nach Weihnachten den Wechsel vom Topf in den Boden nur selten ohne Schäden überstehen. Abschließender Tipp von Förster Michael Kampmann: Weihnachtsbaum beim örtlichen Erzeuger selbst schlagen und anschließend über Nacht in einen Eimer Wasser stellen, so behält er länger sein grünes Nadelkleid.